Herrenfahrt 2017

 

Die diesjährige Herrenfahrt war eine runde Sache. An den ersten drei Tagen im September trafen wir uns als kleine Gruppe in Klein Köris und ruderten in 2 Vierern die 10 Teupitzer Seen bis zur Dahme hoch. Da es uns auf Harmonie und gute Laune ankam, spulten wir unser Pensum nicht in der schnellst möglichen Zeit ab, sondern schalteten eine Warmruderphase am Freitag vor. Den Fahrtenausklang  am Sonntag bildete eine wunderhübsche Strecke die 10 Teupitzer Seen entlang, mit dem Finale einer Umrundung des Egsdorfer Horstes und der Stärkung im Gasthaus Tuptzer. Der zentrale Ausflug zur Dahme am Sonnabend bildete den wohlkomponierten Mittelteil und endete im Café Strandidyll. Nomen est omen oder eine Ausfahrt war schöner als die andere.


Bei so viel Spaß und guter Laune ist man versucht, nach einem Wermutstropfen zu suchen, und man wird lange brauchen, um das Haar in der Suppe zu finden. Denn das Wetter spielte mit Sonne satt mit und die paar Regentropfen am Freitag sind kein Fleck auf der weißen Weste. Die Boote gingen weich durchs Wasser und waren uns durch ihre Bauart sehr vertraut. Collegianer kennen die 1m breiten A-Boote der Klinkerklasse nur zu gut. Die Unterkunft im Fontanehaus zu Klein Köris war ebenfalls mehr als gemütlich, obwohl sie alles andere als Dienstleistungen eines Luxushotels anbot.  Doch zumindest gab es die Gelegenheit, das WM-Qualifikationsspiel im Männerfußball Deutschland gegen Tschechien live auf dem Zimmer im Fernsehen mit zu verfolgen, das im Übrigen siegreich für die deutschen Fußballer endete.  Am ersten Abend konnten wir ein Abendessen in den Seeterassen mit Blick auf den Klein-Köriser See genießen, am zweiten Tag deckte man uns unseren Rudertisch zentral in der Gaststube komplett nach unseren Wünschen. Das Frühstücksbuffet ließ nichts, aber auch gar nichts, zu wünschen übrig. Also alles in Allem eine runde Sache.

 

Unsere gemütliche Runde setzte sich aus mehreren Säulen mit Expertenwissen zusammen: Peer und Timo gaben uns die entscheidenden Hinweise, um die amerikanischen und russischen Präsidenten sowie deutschen Bundeskanzler seit Roosevelt und Stalin aufzuzählen, Axel und Hartmut überzeugten mit präzisen politischen Analysen der heutigen Konfliktherde, Günter eins und Günther zwei sind die Experten in Sachen Wanderrudern in den mitteldeutschen Gewässern von Brandenburg bis Mecklenburg-Vorpommern. Thomas eins und zwei begannen schon mit einem Brainstorming über die künftige Vereinspolitik, das taktische Feintuning schon inkludiert, und Sebastian klärte über die zugrundeliegenden philosophischen Denkmuster auf. So konnten wir an diesem Abend alle wichtigen Fragen gemeinsam klären und verabschiedeten uns spät am Abend inspiriert und bereichert in die Nacht auf unsere Zimmer.

 

An dieser Stelle sei besonders Walter gedankt, der uns mit seinen Nüssen und Trüffeln, aber auch mit seinen Steuerkünsten tatkräftig unterstützt hat, aber auch dem befreundeten Ruderverein Sparta, die seit so vielen Jahren einen guten Kontakt zum RV Collegia unterhält und umgekehrt. Trotz der physischen Strapazen haben am Ende wieder einmal die Moral und die Freude am Rudersport gesiegt. Mit einem dreifachen Hip-Hip-Hurraaaaaaah da capo al fine.

 

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Herrenfahrt 2016

 

Berlin: Freitag, 9:30 Uhr

 

Die Mehrheit der Collegianer traf sich zum Auftakt der diesjährigen Herrenfahrt auf unserem Rudergelände, wo die Fahrt am Sonntag auch abgeschlossen wurde. Eine knappe Handvoll Ruderer gesellte sich dann bei unserem Gastverein, dem Ruderverein Ägir in Friedrichshagen, zu uns und komplettierte unsere Gruppe, die mit 3 gesteuerten Vierern das ehemals Ostberliner Trainingsgewässer erkundete. Dafür stellte uns Ägir an 3 schönen Rudertagen die Wanderboote zur Verfügung, die wir auch ordentlich gereinigt dem Ruderbetrieb wieder zuführten. Am ersten Tag zogen wir die Boote Löcknitz, Teupitz und Jahn 30 km Richtung Woltersdorf bis zur Einkehr in die Flakenseeterassen und machten auf der Rückfahrt noch einen Schlenker zum RC Rahnsdorf, wo der gesteuerte Vierer mit Daniel, Axel, Markus und Scho festmachte. Das gemeinsame Abendessen mit Matze, der uns jedoch arbeitsbedingt nur am Freitag begleitete, umrahmte eine Hochzeitsgesellschaft, die auch das Küchenpersonal forderte. Die vegetarischen Gerichte und die Fischzubereitung waren in Ordnung, die Zubereitung der Rumpsteaks absolut verbesserungswürdig. In den beiden folgenden lauen Sommernächten bestand auch die Möglichkeit, auf dem Bootsgelände unter freiem Himmel zu schlafen, was Wilhelm, Thomas und Timo voll auskosteten. Wer nicht im Mehrbettzimmer schlafen wollte, hatte 2 Optionen: Übernachtung im Dreibettzimmer oder Zelten ohne Zelt. Schaden genommen hat wohl danach niemand. 

 

 

Sonnabend, 8.00 Uhr

Die Rudergesellschaft hat sich pünktlich um 8.00 Uhr zum Frühstück eingefunden. Die 2. Ausfahrt, diesmal 35 km, mit 3 gesteuerten Vierern wollten wir in Richtung Königs Wusterhausen unternehmen und gelangten tatsächlich gegen 12.30 Uhr nach Schmöckwitz bis zum Zeuthener See. Unterwegs wurde unser Tross nicht mit Argusaugen sondern mit Adleraugen betrachtet, der ungefähr 30 Meter über uns seine Schwingen ausbreitete. Der mittägliche Besuch bei einem chinesischen Familienbetrieb hatte sich nicht nur essenstechnisch gelohnt, obwohl da wohl ausreichend Geschmacksverstärker oder Glutamat dem Essen zugesetzt wurden. Der gemeinsame Mittagstisch war in einem Wintergarten aufgebaut mit Blick auf einen einfach angelegten Garten, der imposant wirkte. Am Abend wartete wiederum eine Hochzeitsgesellschaft auf und sah uns beim kühlenden Bad in der Müggelspree zu – oder umgekehrt – jedenfalls hatten die Feiernden den Eindruck bei einem lebendigen aktiven Ruderverein gelandet zu sein, der nicht nur aus zahlenden Mitgliedern besteht. Da alle vom Abend zuvor wussten, dass das Rumpsteak nicht der Renner war, gab es auch keine Überraschungen, weder positiver noch negativer Art. Alle Collegianer konnten nach Herzenslust feiern, ihren Gedanken nachhängen oder zumindest ausgelassen sein.

 

Sonntag, 8.00 Uhr

Die 3 Pfadfinder, die wie auch in der Nacht zuvor unter freiem Himmel Sauerstoff getankt hatten, fanden sich wie alle anderen auch pünktlich um 8.00 Uhr zum Frühstück ein. Die 3. und letzte Ausfahrt, diesmal 20 km, unternahmen wir diesmal in Richtung Plänterwald mit den gleichen Vierern wie am Tag zuvor und gelangten am Ende bis zur Einfahrt in den Teltowkanal bei der Treptower Rudergesellschaft, die eine gute Anlaufadresse bei den Wikingfahrten ist. Eine kleine Regenpause konnten wir gut als Imbiss beim befreundeten Fußballverein Narva Oberspree nutzen. Davon abgesehen war das Wetter einwandfrei, die Fahrtenleitung professionell und die Welt heil – wie so oft auf Herrenfahrten. Danke.

 

 

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Flussfahrt mit Blesshuhn

 

Wir Collegianer  galten bislang als einigermaßen tierlieb – bis zum heutigen Tag dem 1. Mai 2016. Ob es Kormorane oder Graureiher waren, ob Ente, Blesshuhn oder Haubentaucher – keiner hatte Angst vor den Booten mit der blauen Flagge mit der Raute im Kreis plus Sternchen. Warum sollten gerade heute die Wasser- und Schwimmvögel auf der Havel, Spree und dem Schifffahrtskanal unsere Boote misstrauisch beäugen? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Ali Baba schießt auf alles, was sich bewegt. Ja, sorry, auch mein Blatt hat eine leere Bierdose aufs Korn genommen, die sich einfach Millimeter genau zwischen Blatt und Wasseroberfläche gedrängelt hat. Kurz nach der Spreemündung schwammen auch eine Colaflasche, diverse Äste und ein Pappkarton im Fluss. Danach hat auch ein Kormoran noch sein Fett wegbekommen und eine deftige Ohrfeige bekommen und zu guter Letzt musste ein Entenpärchen in letzter Sekunde reißaus nehmen, weil die Ali scheinbar mit einer Tarnkappe gefahren ist und direkt auf die sonst so niedlichen Erdenbewohner zugehalten hat. Einzig ein Schwanenpärchen fühlte sich von uns nicht gestört, das in Plötzensee, an der Einfahrt in den Spandauer Schifffahrtskanal brütete. Einen Schwan würde ich ja gerne einmal fangen und in den Bauch drücken…vielleicht schaue ich da mal an einem Teich im Brixplatz oder in Ruhleben vorbei! Da soll es zahme Schwäne geben. In dem Körper steckt bestimmt ´ne Menge Kraft. Ach, da war ja noch etwas: Die Blesshühner sind wie gewohnt scheu und trauten sich nicht an unsere Boote heran – jedenfalls soweit ich weiß. Bei den anderen Tieren sollten wir ab jetzt also vorsichtig sein. Sie könnten zurück schlagen. 

 

Summasummarum war die 3 Schleusenfaht mit 12 Teilnehmern ein Höhepunkt mit Blesshühnchen, gut organisiert und perfekt durchgeführt – insgesamt ein schöner Tag auch für mich. Rast haben wir beim Kanuverein bei Phönix gemacht.

 

 

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Anrudern 2016 oder Rudern, Spiel und Spannung

 

 

Die Zeit bleibt nicht stehen und so ändert sich auch das Anrudern. Seit geschätzten 25 Jahren fand das Anrudern gemeinsam mit den Spandauer RIG - Vereinen statt. Aufgrund des nachlassenden Interesses bei allen Vereinen an gemeinsame Anrudertreffen hat sich die RIG dazu entschlossen in diesem Jahr keine gemeinsame An- und Abruderveranstaltungen zu organisieren. Somit hatte der Vorstand im Vorfeld überlegt, wie Collegia sein Anrudern gestaltet, und so kam der Gedanke auf, nach der traditionellen Ansprache, der symbolischen ersten Ausfahrt und einem gemeinsamen Mittagessen  einen Spielenachmittag für Jung und Alt zu organisieren.

 

 

Das Motto für das Anrudern lautete Rudern und Spiele!

Wo bleibt nun die Spannung?

 

Die Spannung hatte eher der Vorstand und die begründete sich in den Fragestellungen,

-          wie viele Mitglieder werden zum Rudern kommen,

-          wie viele Mitglieder werden am Mittagessen teilnehmen,

-          wer bleibt danach noch im Verein um den Nachmittag mit dem Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ zu verbringen und

-          natürlich die Frage nach dem Wetter, denn der 20. März ist schon ein recht frühes Datum.

 

Hier die Antworten.

-          20 Collegianer davon 3 Jugendliche sind in die Boote gestiegen und haben die Inseln Kälberwerder und Imchen umrundet,

-          etwa 30 Collegianer haben sich am Kesselgulasch gelabt,

-          20 Collegianer haben die Premiere des „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt mit Collegianern als Spielpuppen mit erlebt und

-          das Wetter hat sich bei der Ausfahrt noch mit Regen und Wind zurückgehalten aber pünktlich zum Mittagessen waren die Wolken plötzlich undicht und wurden von einem starken böigen Wind begleitet.

 

Jetzt noch einmal zu unserer Premiere. Matze, unser Ruderwart hatte sich das „Mensch ärgere dich nicht“ mit Personen ausgedacht. Der dafür benötigte Spielparcour wurde von unseren Vergnügungswarten mit Kreide und auf unsere Tanzfläche gezeichnet. Für das Spiel wurden 3 Mannschaften mit jeweils 3 Spielern, einem Würfeler und zwei Feldspielern gebildet. Wie bereits vorher beschrieben, hatte am Nachmittag Petrus sich die Rolle als Spielverderber ausgedacht. Allerdings hatte Petrus nicht mit der Improvisationskunst der Ruderer gerechnet und so wurden die Tische im großen Saal etwas umgestellt und des Spielfeld auf den Saalboden gezeichnet. Der Spielpremiere stand nun nichts mehr im Wege und so konnte das Spiel durchgeführt werden. Mit Kuchen und Kaffee aus unserer Kantine ging dieser Tag zu ende. Ich denke, dass es Allen, die dabei waren, viel Spaß gemacht hat. Ich persönlich hätte mir schon eine größere Beteiligung speziell auch von unserer Jugendabteilung gewünscht.

 

 

Axel Engelmann

 

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Tag des Rudersports am 9. Mai 2015


Auch in diesem Jahr öffnete Collegia Anfang Mai seine Garten- und Bootshallentore für interessierte Besucher und lud zum Tag des Rudersports. 

Von morgens an wirbelten die Organisatoren Petra und Christian mit ihren Helfern, um alles vorzubereiten. Bald schon hingen die blau-weiß-roten Girlanden, die Boote - sowohl zur Besichtigung als auch zum Proberudern - lagen bereit, Kinderparcours und Hüpfburg waren aufgebaut, die Ergometer standen und die Fotos zum hundertjährigen Ruderjubiläum der Collegia-Frauen hingen vor den Bootshallen bereit, der Grill wurde - von den hungrigen Frühruderern bereits sehnsüchtig erwartet - angeheizt, die Kuchen sahen verlockend aus. Auch das Wetter spielte mit: trocken mit Sonne und leichter Bewölkung im Wechsel. Die Gäste konnten kommen! 


Bald schon herrschte auf dem Vereinsgelände reges Treiben. Nach einer kleinen Technikeinweisung auf dem Ergometer starteten die Schnupperruderer unter fachkundiger Anleitung zum Proberudern, besichtigten Fitnessraum, Werkstatt und das übrige Gelände, die kleinen Besucher testeten ihre Zielsicherheit beim Dosenwerfen und ihren Gleichgewichtssinn auf der Slack Line. 

Zum hundertsten Geburtstag der Frauenabteilung gingen fünf mit Ruderkleidung und Skulls aus verschiedenen Zeiten ausgestattete Collegia-Frauen sowie ein Mädchenvierer aufs Wasser – filmisch begleitet von Studenten der Medienakademie. 

 

Am Nachmittag fing es leider an zu regnen. Gut, dass die stilvoll in Collegia-Farben gestaltete Jubiläumstafel für das Treffen der ehemaligen Ruderinnen drinnen aufgebaut war! Annette, langjährige Collegianerin  - „als ich 1962 eintrat, gab es nur zwei Frauen-Rudervereine in Berlin, und die Bootsbesatzung waren auf keinen Fall gemischt (erst nach der ersten Biegung…)“ – begrüßte die Frauen zur Kaffeetafel. Es wurden Erinnerungen ausgetauscht, und wer weiß: vielleicht steigt die ein oder andere bald mal wieder bei Collegia ins Boot?

 

Auf jeden Falls ins Boot steigen werden die Teilnehmer der Ruderkurse, die Ende Mai (Erwachsene) und Anfang Juni (Kinder und Jugendliche) bei Collegia starten.


Ulli 

 

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Der Mai ist gekommen...


...und eine fast vergessene Tradition (rudern in den Mai) entsteht neu. Unsere Ruderwarte luden alle Collegianerinnen und Collegianer zum 1.Mai zu einer 4 - Inselrundfahrt auf der Havel ein. Immerhin 17 Teilnehmer versammelten sich frühmorgens fröhlich vor der Bootshalle, um den Mai auf dem Wasser zu begrüssen.       

Nach einer wohldurchdachten Einteilung der Bootsmannschaften (zwei  Vierer,  ein Dreier mit  und ein Zweier mit) ging es gemeinsam in flotter Fahrt in Richtung Grunewaldturm los. Etwas Wind aus Süd und dazu Wind- und Motorbootwellen konnten nicht verhindern, dass wir nach kurzer Zeit die (1.)  Insel Lindwerder umrunden konnten. Alle Boote fast gleichauf fahrend ruderten bis zum Nadelöhr um nacheinander den großen Wannsee zu erreichen. Die (2.) Insel Schwanenwerder war erreicht. Nach einer kurzen Trinkpause wurde die (3.) Pfaueninsel angesteuert. Auch hier pausierten die Boote gemeinsam, um dann die Fahrt zur (4.) Insel Kälberwerder fortzu-setzen. Es erwarteten uns schon zwei Ländgängerinnen, die uns sowohl beim Anlegen und aussteigen behilflich waren als uns auch mit leckeren Süssigkeiten versorgten. Die Fahrtenleitung hatte auch an Alkoholfreie Getränke für die durstigen Ruderer gedacht.


Ein gemütlicher Aufenthalt, mit dem verspeisen der mitgebrachten Verpflegung,  ging  nach einer halben Stunde zu Ende.  Flugs ging es in die Boote um einem ankommenden Vierer von Saffonia die Möglichkeit des Anlegens an der Steganlage zu ermöglichen. Die Fahrt zum Collegiasteg verlief für alle Boote problemlos und so konnten wir gemeinsam ein Boot nach dem Anderen zum Bootsplatz und nach einer sofort durchgeführten Reparatur eines kleinen Bootsschadens in die Bootslager transportieren.


Fast alle Teilnehmer versammelten sich danach noch, versehen mit einem erfrischenden Getränk, in einer gemütlichen Runde zu einem Abschiedsplausch, um diese gemeinsame Fahrt noch einmal Revue passieren zu lassen. Vielen Dank an alle Teilnehmer und besonders unseren beiden Ruderwarten. Diese Fahrt war nicht nur schön, sie sollte auch Ansporn sein für weitere solcher Unternehmungen.                        


Hartmut   

P.S.  Bei der nächsten Fahrt könnte sich die Teilnehmerzahl ruhig erhöhen, wir haben noch viele freie Bootsplätze auch für jüngere Ruderer zur Verfügung.       

 

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Frühstücksachter am 18. April


Nachdem der Frühlingsachter einen Monat zuvor wegen zu starkem Wellengang ins Wasser gefallen war, hatten wir beim Frühstücksachter am dritten Aprilsamstag Glück:  Als wir uns um acht Uhr (wir Frühruderer konnten also mal "richtig ausschlafen") vor den Bootshallen versammelten, lag der Steg in prächtigster Morgensonne vor uns. Die Havel war spiegelglatt. Wenn das kein perfektes Ruderwetter war!


Nach einigem Hin und Her (auf der Liste eingetragene Ruderer ≠ physisch Anwesender) kamen wir auf 17 Teilnehmer. Dank Alligatow und Havel, die wir als fußgesteuerten Fünfer bzw. Dreier fahren konnten, musste lediglich der Steuermann des Achters darauf verzichten, sich ruderisch zu betätigen. 


Während wir Kurs auf die Pfaueninsel nahmen, wirbelten bei Collegia Stützes in der Küche. So erwartete uns bei unserer Rückkehr ein reich gedeckter Frühstückstisch, und um den Kaffee nicht kalt werden zu lassen, hieß es „Geduscht wird nach dem Essen!“

 

Ulli 

 

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Anrudern mit Bootstaufe am 21. März 2015


Grauer Himmel, regnerisch und windig: Das Wetter war nicht grade sehr gemütlich am Tag des gemeinsamen Anruderns der Spandauer Ruderinteressengemeinschaft (RIG). Dennoch fanden sich um neun Uhr 24 Collegianer vor den Bootshallen ein, um nach einem Abstecher zur Schleuse Hevella anzusteuern und dort mit Ruderern der anderen rund 20 RIG-Vereine die neue Rudersaison offiziell zu eröffnen. 

Zuvor begrüßte Axel die Collegianer nach der „Winterpause“, die eigentlich gar keine war, hatte die bis auf ein paar Schollen beziehungsweise Schöllchen eisfreie Havel uns doch einen durchgehenden Ruderbetrieb auch während der Wintermonate ermöglicht. 

 

Und es gab erneut ein Boot zu taufen: ein Skiff für Ruderer bis 60 Kilogramm, das sich aufgrund seiner robusten (übrigens auch hochseetauglichen) Bauweise mit integrierter Lenzklappe auch für weniger erfahrene Ruderer gut eignet. Taufpatin war Annette, die über jede Menge Rudererfahrung verfügt, kann sie doch bereits auf gute 50 Jahre Vereinszugehörigkeit zurückblicken. 

 

Nach dem obligatorischen Wunsch „Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ konnte die MÖWE dann erstmals auf die Havel flattern - auf dem Rollsitz Laurenz, der auch mit Taufblumenkranz im Haar eine gute Figur machte.


Dann war der Steg frei für die fünf gesteuerten und den einen ungesteuerten Vierer, die sich rasch auf den Weg machten voller Vorfreude auf Grillwürstchen und heiße Suppe, die sie sich bei Hevella erhofften. Eine Hoffnung, die - wie jedes Jahr - nicht enttäuscht wurde. Beim Aufwärmen im Vereinshaus klärte Stefan uns darüber auf, was es mit „Hiawatha“ auf sich hat (zu lesen am Vereinshaus der ehemaligen RG West). Mit dem Wissen über den legendären Häuptling und Mitbegründer des Irokesenbundes in den Köpfen und Kaffee, Kakao und Suppe in den Bäuchen konnten wir rundum zufrieden wieder zu Collegia aufbrechen. Auf eine schöne Rudersaison!


Ulli

 

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Eisbeinrudern am 14. Februar 2015


In der Einladung stand, dass wir uns zuerst Eisbeine auf dem Wasser und anschließend in der Kantine holen würden. Teil 1 ging so nicht auf: Bei strahlendem Sonnenschein und für Februar ungewöhnlicher Milde holten wir uns eher Sonnebrände als Eisbeine. Wenn, dann wurde höchstens den wackeren Steuerleuten etwas kühl. Vielen Dank an Ilka und Axel! Dafür bekamen sie dann von Heinz im Anschluss den wohlverdienten Glühwein. Mehr als 10 Ruderer und sieben Wanderer kamen allerdings bei optimalem Winterwetter nicht raus. Für die Skuller ging es in die Spree bis zum Kraftwerk Reuter. Die Route der Wanderer ist mir nicht bekannt. Was soll’s, auch sie waren rechtzeitig zum zweiten Teil der Veranstaltung wieder zurück, und darauf kam’s ja schließlich an. 


Zurück an Land, hieß es: schnell duschen und noch Plätze im Vereinshaus sichern, denn zum Eisbein- (und vereinzelt Schnitzel-) essen hatten sich ca. 80 Hungrige angemeldet. Familie Stütze und ihre Helfer hatten alle Hände voll zu tun, managten aber alles wie gewohnt souverän, so dass wenig später alle satt und zufrieden waren. Die Profis hatten Tupperdosen dabei, was angesichts der Eisbeindimensionen eine gute Idee war. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, deren erster Teil durchaus mehr Teilnehmer verdient hätte.  


Christian Wende



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Abrudern in Schmöckwitz am 25. Oktober 2014


Wir alle kennen Schmöckwitz. Eine tolle Ruderstrecke vom Friedrichshagener Ruderverein über den vernebelten Müggelsee, die Müggelspree entlang und dann ... naja dann wollten wir wieder durch den Gosener Graben. Ein tolles Rudergewässer, das einen guten Steuermann und eine aufmerksame Mannschaft fordert. Aber es lohnt sich immer wieder, das Risiko vielleicht doch nicht hindurch zu kommen, auf sich zu nehmen.


 

So mitten drin in der sich im Laufe der Jahreszeiten wandelnden Natur stecken wir selten. Rudern ist eben nicht nur Sport, sondern auch Erleben, Herausforderungen, Abenteuer. Das Abenteuer auf dieser Fahrt hatte sein Tagwerk bereits Wochen zuvor verrichtet. Ein vom Biber quer gelegter Stamm verhinderte unser weiter Kommen auf diesem Weg. Schade. Also doch über den Kanal. Unser Steuermann konnte hier einen Eisvogel beobachten, der fröhlich vor uns her flitzte. Und auch wenn's vielleicht töricht ist, im Frühjahr werden wir das Abenteuer wieder suchen. Entweder hat Herr Biber bis dahin den ganzen Gosener Graben aufgestaut oder den Baumstamm aufgenagt. Ich jedenfalls bin gespannt.

 

Moni

 

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Ein Collegia-Achter bei Quer durch Berlin


Am 11. Oktober 2014 um 13:00 Uhr startete  die 85. Langstreckenregatta Quer durch Berlin und Collegia war nach 25 Jahren wieder mit einem Männerachter dabei! 

 

In einem Rennen in einer offenen Klasse, d.h. keine Altersklasseneinteilung und Mixed-Mannschaften sind zugelassen. Ausgeschrieben für einen Gig-Achter mit Steuermann und offen für Vereine und Renngemeinschaften. 13 Mannschaften hatten für dieses  Rennen gemeldet. Neben 11 Berliner Mannschaften waren auch zwei Mannschaften aus Spanien mit am Start. Für die Siegermannschaft dieses Breitensport-Achters hatte der Förderer des LRV-Berlin, Veolia, einen Concept2 Ruderergometer gestiftet. Dies war wohl doch ein erheblicher Ansporn, so dass allein in diesem Rennen 117 Ruderer auf die Strecke gingen. Insgesamt beteiligten sich über 950 Teilnehmer in über 150 Booten an dieser Regatta - ein Rekordmeldeergebnis.


Quer durch Berlin ist mit einer Streckenlänge von 7 Kilometern die längste Innenstadtregatta Deutschlands. Es wird hierbei die Spree flussaufwärts gerudert. Die Strecke führt vom Start an der Jungfernheidebrücke bis zum Bundeskanzleramt an vielen Berliner Sehenswürdigkeiten vorbei. Ich kann mich allerdings bei meinen früheren Rennen daran erinnern, dass man als Ruderer von den Sehenswürdigkeiten nicht all zuviel mitbekommt.

Wie kam es denn nun dazu, dass Collegia wieder einen Vereinsachter zur Regatta schickte? Letztmalig startete Collegia 1989 im Club-Achter-Pokal. In den folgenden 25 Jahren startete Collegia in Vierern oder in Renngemeinschaften im Achter. Umso erstaunter war ich, als mich Martina Sommer am 24. September anrief, ob ich nicht als Ersatzmann im Doppelachter für quer durch Berlin mittrainieren könnte, da sich ein Achtermitstreiter noch im Urlaub befand. Ich sagte zu. Man kann diese Mannschaft doch nicht alleine lassen, die sich gerade ein paar Tage vorher zusammentelefoniert und für den 24.09. zu einem ersten Training verabredet hatte. Hans Sommer hatte hier die Initiative ergriffen und Jörg und Lars gewinnen können eine Mannschaft zusammenzutrommeln. Es wurde nun telefoniert und überredet. Am Ende stand folgende Mannschaft fest: Fabian Treff, Lars Schönhoff, Alexander Leist, Peer Stehling, Jörg Irmer, Peter Squinobal, Thomas Borrusch, Matthias Jacubeit und Stm. Axel Loose. Als Trainer hatte sich Hans Sommer assistiert von seiner Frau Martina zur Verfügung gestellt.

 

Für das Training standen immerhin 5 Tage zur Verfügung. Allerdings war bereits absehbar, dass die Mannschaft erst am Regattatag in ihrer Originalbesetzung antreten wird. Private, dienstliche und krankheitsbedingte Ausfälle waren dafür verantwortlich. Aber das Alles tat der Freude am Training und der Vorfreude auf die Regatta keinen Abbruch. Mit dem Einsatz diverser Ersatzleute gelang es dann doch an jedem Trainingstag einen Achter auf das Wasser zu bringen. Somit konnte Hans die Technik des Achterruderns üben und kontinuierlich verbessern.


Wie sieht nun das Ergebnis aus? Collegia hatte nach 29 Minuten, einer Sekunde und 87 Hundertstel Sekunden in einer durchschnittlichen Frequenz von 25 Schlägen pro Minute die Strecke bewältigt. Das war der Achte Rang! Nur 10 Sekunden oder 2 Achterlängen vor ihnen kam die Renngemeinschaft Berliner RC Hevella und Richtershorner RV ins Ziel.  Unser Glückwunsch geht an die Mannschaft des Ruder-Club Tegel 1886 e.V. die das Rennen mit einer Zeit von 24:31.17 Minuten gewannen und somit auch den Ruderergometer mit in ihr Bootshaus nehmen konnten.

 

Ich denke, dass die Regattateilnahme für unseren Verein ein großer Erfolg war. Hier stand nicht unbedingt die Platzierung im Vordergrund sondern das gemeinschaftliche Erlebnis sich auf eine Regatta vorzubereiten und daran teilzunehmen. In einer Nachlese zu der Regatta haben alle Teilnehmer auch versichert, dass sie viel Freude hatten und das sie durchaus im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen.

 

Axel Engelmann